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Startseite > Haustür

Eine '''Haustür''' ist eine , die den Innenraum eines s mit dem verbindet.

Bei ist sie Hauptzugang, bei einem Mehrparteienhaus bezeichnet Haustür zumeist den Zugang zur . In Österreich spricht man diesem Falle auch von einem '''Haustor'''.

Über ihre reine Funktionalität hinaus sind Haustüren wichtige Elemente in der Gestaltung von Fassaden und von Erschließungsräumen (z. B. Entrée, ).

Begriffsabgrenzung

In Mehrfamilienhäusern mit gemeinsamer Erschließung besitzt jede Nutzungseinheit eine eigene . Umgangssprachlich werden die Begriffe Haustür und Wohnungstür oft nicht sauber unterschieden; rechtlich handelt es sich unter Umständen aber um zwei verschiedene Dinge.

Die Haustür ist eine . Außentüren umfassen ? neben Haustüren ? auch Nebenausgänge, Terrassentüren, Hoftüren, Notausgänge und anderes mehr.

Konstruktion gegenwärtiger Türen im deutschsprachigen Bereich

Materialien

Haustüren werden im deutschsprachigen Raum heute überwiegend aus Kunststoff, Aluminium und Holz gefertigt, oft mit Glas<nowiki />einsatz. Auch Kombinationen von Holz und Aluminium sowie Kunststoff und Aluminium werden verwendet, die jeweils die Vorteile der beiden benutzten Materialien verbinden. Kunststoff-Haustüren sind preiswert und pflegeleicht. Die Verriegelungsmöglichkeiten entsprechend denen der anderen Materialien. Die Farbgebung erfolgt durch Folienkaschierung, ist jedoch eingeschränkt. Kunststoff-Haustüren werden meist nur in vorgegebenen Größen angeboten. Aluminium-Haustüren verbinden hervorragende mit Robustheit und Designvielfalt. Die weitgehend unbeschränkte Farbgebung erfolgt über Pulverbeschichtung. Haustüren aus Holz werden sowohl aus wie Kiefer, Fichte und gebaut, als auch aus wie Eichenholz, Meranti oder Eukalyptus globulus.

Maße und Einbausituation

Haustüren werden gewöhnlich als en mit einer lichten Weite von etwa 85 bis 90 cm vorgesehen, um Möbel, Öl- und Wassertanks und andere große Gegenstände ins Haus befördern zu können. Große Mehrfamilienhäuser haben auch noch breitere Eingangstüren.
Der Öffnungsflügel von doppelflügligen Türen ist häufig deutlich schmaler, für große Gegenstände kann zusätzlich der geöffnet werden.

In Ländern wie den Niederlanden und Italien kommen in städtischen Wohngebäuden traditionell teilweise schmale und steile Treppen vor. Um die Haustüre platzsparend an beliebiger Stelle des Treppenhauses zu positionieren, ohne ein Podest vorsehen zu müssen, werden dann oft zweiflüglige Türen mit Flügelbreiten von teilweise nur 40 cm verwendet. Wäre der Flügel breiter, so wäre es nötig, auf der Treppe rückwärts hinabzuschreiten, um den Flügel am Körper vorbeischwenken zu lassen.

In Deutschland fordern die Regeln des Arbeitsschutzes, dass die Tür immer zu einem Podest hin schwenkt, dessen Tiefe mindestens der Breite der Türe entspricht; entsprechendes ist in DIN formuliert.

Griffe

An den meisten Haustüren sind auf dem Türblatt Griffe angebracht, an denen das Türblatt angefasst werden kann. Dazu zählen traditionell Drücker (?n?) und Knöpfe, modern auch Stoß- und Schalengriffe.

Schließanlage und Verriegelung

Haustür und Wohnungstür schließt meist ein . Bei modernen Häusern wird oft eine verwendet, wobei mit demselben Schlüssel sowohl Haus- als auch Wohnungstüre, manchmal auch Briefkasten und eventuell Gemeinschaftsräume geschlossen werden können.

Neu eingebaute Haustüren werden im deutschsprachigen Raum heute oft mit einer dreifachen Sicherheitsverriegelung ausgestattet, bei der beim Abschließen der Tür zusätzlich zum Riegel zwei Bolzen oder Stahlschwenkhaken auf der Schlossseite in die Zarge greifen. Bei einer Fünffach-Verriegelung kommen noch zwei weitere Haken oder Bolzen hinzu.

Anstatt einer Kette kann bei Bedarf ein Türfänger oder eine Türspaltsicherung integriert werde. Durch Drehen eines Knopfs auf der Innenseite kann die Tür zunächst nur einen Spalt weit geöffnet werden, um zu prüfen, ob man den Außenstehenden einlassen will oder nicht.

Ein elektrischer ist ein elektromagnetischer Mechanismus, der das Schließblech einer unverriegelte Tür durch einen elektrischen Impuls freigeben und die Tür für Besucher öffnen kann. Die Tagesfallenfunktion gibt durch Betätigung eines kleinen Stifts oder Knopfs das Schließblech durchgehend frei.

Für einen erhöhten Einbruchschutz werden Profilzylinder nach DIN 18252 verwendet, die im verbauten Zustand höchstens 3 mm vorstehen und Einbrechern das Öffnen der Tür erschweren.

Die Widerstandsklasse (?Resistance Class?, RC) der Türe bezeichnet die Widerstandsfähigkeit gegen Auf- und Einbruch.

In der DDR waren Einsteckschlösser nach TGL-Standard üblich.

Verschiedenes

Manche Haustüren sind mit Rampe für den Transport schwerer Lasten oder für barrierefreien Zugang versehen, oft als zweiter Gebäudezugang. Bei Umbauten von alten Häusern mit Hochparterre wird manchmal auch ein zweiter, ebenerdiger Eingang und Zugang zum Aufzug eingebaut.

Notausgang-Türen sind mitunter nur von innen zu öffnen.

Hersteller

Haustüren werden heute in ihrer großen Mehrzahl industriell gefertigt. Zu den umsatzstärksten Herstellern in Deutschland zählen derzeit (2021) Adeco (Herzebrock-Clarholz), Bayerwald (Neukirchen vorm Wald), Feldmann & Mayer (Werne), Groke (Karlsruhe), (Steinhagen), Obuk (Oelde), Rodenberg (Porta Westfalica), Roro (St. Wolfgang) und Wirus (Rietberg-Mastholte).

Geschichte

Deutschsprachiger Raum

Germanische Zeit

Als die älteste (Haus-)Tür der Welt gilt ein hölzernes Türblatt, das 2017 im baden-württembergischen Sinsheim archäologisch geborgen wurde. Das Alter dieser Tür wird auf ca. 8000 Jahre geschätzt, fällt also etwa in die Frühzeit der Bandkeramischen Kultur.

Mittelalter

In steinernen Wohnhäusern des Mittelalters waren zu beiden Seiten der Haustür oft Sitznischen ausgespart, die den Bewohnern dazu dienten, nach der Tagesarbeit vor der Tür zu sitzen und mit den Passanten Unterhaltungen auszutauschen.

Moderne

Charakteristisch für die architektonische Moderne sind bei den Einparteienhäusern asymmetrische Grundrisse und Fassaden, mit der Folge, dass die Haustür tendenziell an den Rand der Fassade, an die Gebäudeseite oder auf sonstige Weise aus dem Blick rückt. Walter Gropius (1883?1969) etwa, Gründer des Bauhauses, verbarg in seinen Wohnhausentwürfen die ? stets minimalistisch gestaltete ? Haustür oft in einem Winkel oder in einer Nische.

Übrige Geschichte

Weitere historische Baustile mit markanten Haustürformen sind in Deutschland die und danach folgend die Epoche des Jugendstils, regional unterschiedliche Merkmale können dabei auftreten. Markant sichtbar sind heute noch Türen aus der Nachkriegsmoderne der 1950er und 1960er Jahre.

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Stralsund, Ossenreyerstraße 2, Tür (2012-04-06), by Klugschnacker in Wikipedia.jpg|
Klöntür (2).jpg|, um 1800
Eversen Dorfstr. 15 Haustür.JPG|Haustür eines Bauernhauses von 1884
Gründerzeit Haustür Tempelstrasse Deutz.jpg|Haustür aus der um 1900
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Haustür Gotenring Köln.jpg|Haustür mit -Elementen um 1930
Wuppertal Am Brögel 0025.jpg|Aluminiumtür mit Strukturglas der 1960er, fehlerhaft in einem klassizistischen Portal verbaut
Haustür mit Sicherheitsglas.JPG|Pulverbeschichtete Gebrauchstür der 1980er
Lübeck, Wakenitzmauer 11.jpg|Zeitgenössische Haustüre der 2000er (stilistisch handelt es sich hier tatsächlich um Mid-century modern)
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Vereinigte Staaten

In den Vereinigten Staaten sind Haustüren und ihre Umrahmung, insbesondere in , aufgrund der besonderen Geschichte der amerikanischen Wohnarchitektur bis in die Gegenwart mehrheitlich nach antiken Vorbildern gestaltet, mit Paneeltüren, Imitationen der klassischen (Pilaster, Architrave), Ober- und Seitenlichtern. Auch nach der Diversifizierung der Baustile im 19. Jahrhundert und der Ausbreitung neuer Stilrichtungen (viktorianische Architektur) wurden diese antikisierenden Türen aus Kostengründen ekletisch selbst da weiterhin verbaut, wo andere Formen nötig gewesen wären. Moderne Haustürformen kamen ? parallel zum stark verzögerten Eindringen moderner Baustile in den Mainstream des Wohnhausbaus ? bis weit ins 20. Jahrhundert nur als kostspielige Maßanfertigungen vor. Eine industrielle Produktion von Haustüren, die im europäischen Sinne ?modern? sind, begann erst mit der Popularisierung des Contemporary-Stils in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Insbesondere im Osten der Vereinigten Staaten spielen diese jedoch selbst im Neubaubereich gegenüber den klassizistisch anmutenden Haustüren nur eine untergeordnete Rolle.

Historisch führt die Haustür in amerikanischen Einparteienhäusern in ein repräsentatives Entrée (engl. ''foyer'', ''vestibule''), das auch die Treppe zum Obergeschoss enthalten kann. In der Gegenwart haben sich jedoch ? selbst bei traditionellen Stilformen ? offene Grundrisse weithin durchgesetzt, bei denen das Entrée, sofern überhaupt eines vorhanden ist, zum Wohnbereich hin mehr oder weniger vollständig geöffnet ist. In volkstümlichen Häusern führt die Haustür seit jeher meist direkt ins Wohnzimmer. Die Haustür ist in amerikanischen Einparteienhäusern meist nur eine von mehreren Außentüren; faktisch benutzen die Bewohner, um ins Haus zu gelangen, oft den Zugang durch die Garage oder einen anderen Nebeneingang, während die eigentliche Haustür vor allem dem Empfang von Besuchern dient.

Eine amerikanische Besonderheit sind zweigeschossige Mehrparteienhäuser, deren Einheiten nicht durch ein gemeinsames Treppenhaus, sondern durch individuelle Haustüren erschlossen werden (Abbildung).

Rechtliche Perspektive

Bei Mehrparteienhäusern ist die Haustür als Zugangskontrolle ausschließlich dem allgemeinen Bereich zuzurechnen; ihre Wartung bzw. Instandsetzung obliegt der Hausverwaltung beziehungsweise den Eigentümern gemeinsam. Das Privateigentum beginnt erst an der Innenseite der , welche in Deutschland dem Sondereigentum zuzurechnen ist.

Kulturelle und religiöse Perspektive

Als Grenze zwischen Innen- und Außenraum wird die Haustür mit vielfältigen kulturellen Bedeutungen in Verbindung gebracht. So kennt man im Deutschen etwa die Redewendung ?vor der eigenen Haustür kehren? (= sich nicht in fremde Angelegenheiten einmischen).

Bereits in der Bibel finden Haustüren vielfach Erwähnung, sei es als Türen von Zelten oder (mit einem Vorhang oder mit einem Türblatt verschlossenen) Türen von festen Häusern, wobei die von einem Knecht oder einer Magd bewachte Tür häufig nicht direkt ins Gebäude, sondern erst in einen Vorhof führte ().

Der noch heute in vielen Ländern der Westlichen Welt verbreitete Brauch, dass nach der Trauung der Bräutigam die Braut über die Türschwelle des künftig gemeinsamen Zuhauses trägt, existierte bereits im . Ursprung ist nach einigen Quellen der Aberglaube, dass die Berührung der Schwelle Unglück bringe.

Weblinks

bei Haustürkultur.de

Einzelnachweise